Verbände im Business Continuity Management
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Verbänden für Business Continuity Management im FM
Business Continuity Management (BCM) gewinnt im Facility Management (FM) stetig an Bedeutung. FM-Abteilungen stehen vor der Herausforderung, betriebliche Abläufe auch bei Störfällen oder Krisen aufrechtzuerhalten. Dabei spielen branchenspezifische Verbände eine entscheidende Rolle: Sie bieten konkrete Leitfäden, Schulungen und Netzwerke, die FM-Verantwortliche bei der Umsetzung von BCM unterstützen. Im Folgenden werden fünf BCM-relevante Verbände in Deutschland vorgestellt – mit Fokus darauf, wie sie FM-Abteilungen konkret bei der Steigerung der betrieblichen Resilienz helfen.
GEFMA – Deutscher Verband für Facility Management e.V.
Zweck des Verbands: GEFMA ist der führende Branchenverband des Facility Managements in Deutschland. Er vertritt die Interessen von rund 700 Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen und jungen FM-Fachkräften. Seit seiner Gründung 1989 fungiert GEFMA als Dach und Motor der Branche – etwa durch einheitliche Begriffsdefinitionen (GEFMA-Richtlinien) und die Etablierung von Qualitätsstandards in Aus- und Weiterbildung. Der Verband engagiert sich in Normungsgremien und stellt FM-Praktikern praktische Arbeitshilfen zur Verfügung.
Bezug zum BCM im FM:
GEFMA stärkt BCM im FM unter anderem, indem er Betreiberpflichten und Risikomanagement im Gebäudebetrieb klar definiert. So betont GEFMA z.B., dass aus dem Betrieb von Gebäuden Gefahren entstehen können und Betreiber geeignete Maßnahmen zu deren Abwendung treffen müssen. Solche Leitlinien schaffen die Grundlage dafür, dass FM-Teams Notfallvorsorge und Kontinuitätsplanung in ihren Verantwortungsbereich integrieren.
Unterstützung für FM-Abteilungen:
Leitfäden und Richtlinien: GEFMA veröffentlicht praxisnahe Richtlinien (z.B. zu Notfallplanung, Brandschutz, Betreiberverantwortung) und Gesetzesübersichten, die FM-Abteilungen helfen, BCM-relevante Vorschriften einzuhalten.
Schulungen und Zertifizierungen: Durch zertifizierte Weiterbildungsangebote und anerkannte Abschlüsse fördert GEFMA die Qualifizierung von FM-Fachkräften im Bereich Risiko- und Notfallmanagement.
Netzwerkplattform: In regionalen Lounges und Fachgruppen bringt GEFMA FM-Verantwortliche zusammen, um Erfahrungen – etwa zu BCM-Prozessen – auszutauschen. Über politische Kontakte und Öffentlichkeitsarbeit verschafft der Verband FM-Themen (inklusive BCM) zudem Gehör in Politik und Medien.
RealFM e.V. – Verband für Real Estate und Facility Management
Zweck des Verbands: RealFM ist eine berufsständische Vereinigung für Corporate Real Estate Management und Facility Management in Deutschland. Der Verband ging 2006 aus IFMA Deutschland hervor und hat heute über 400 Mitglieder mit Sitz in Berlin. RealFM versteht sich als Netzwerk der verantwortlichen FM- und Immobilienmanager (rund 75 % der Mitglieder sind Vertreter der Auftraggeberseite). Seine Zielsetzung liegt in der Entwicklung praxisnaher Standards und Hilfsmittel für das FM. So erarbeitet RealFM Leitfäden, Positionspapiere und Modelle, die FM-Abteilungen als Orientierung dienen – beispielsweise zum Funktions- und Leistungsmodell im FM oder aktuellen Digitalisierungsthemen.
Bezug zum BCM im FM:
RealFM adressiert BCM-Themen direkt in der Verbandsarbeit. Gemeinsam mit Partnern entwickelte RealFM den Leitfaden “Business Continuity Management – Building Security” (BCM-BS). Dieses Handbuch zeigt Schritt für Schritt, wie Gefährdungspotenziale aus Immobilienbetrieb und Umfeld erkannt und mit organisatorischen Maßnahmen begegnet werden können. Durch solche Initiativen integriert RealFM die Gebäudesicherheit und Notfallplanung als festen Bestandteil des BCM im Facility Management.
Unterstützung für FM-Abteilungen:
Praxisleitfäden und Tools: RealFM publiziert anwendungsorientierte Leitfäden (z. B. den BCM-BS Leitfaden) und bietet dazugehörige Tools (etwa Excel-Vorlagen für Risikoanalysen) an. Diese Hilfsmittel unterstützen FM-Teams beim Aufbau von Notfall- und Krisenplänen speziell für ihre Gebäudebetrieb-Prozesse.
Arbeitskreise und Fachforen: Der Verband richtet Arbeitskreise zu relevanten Themen ein (etwa Digitalisierung, BIM im FM, Notfallmanagement) und bindet Fachleute aus Mitgliedsunternehmen in Innovationsforen ein. Dort erarbeiten FM-Verantwortliche gemeinsam Standards und tauschen Best Practices aus – beispielsweise Übungen zur Krisenvorsorge in Liegenschaften.
Erfahrungsaustausch und Vernetzung: Mit einem hohen Anteil an Betreiberunternehmen als Mitgliedern fördert RealFM den direkten Austausch unter FM-Abteilungen auf Augenhöhe. Regelmäßige Netzwerktreffen, persönliche Mitgliedschaften und Kooperationen mit europäischen Partnerverbänden geben FM-Managern ein Forum, um BCM-Erfahrungen branchenübergreifend zu diskutieren.
Deutsche Gesellschaft für Krisenmanagement e.V. (DGfKM)
Zweck des Verbands: Die DGfKM ist ein unabhängiger Berufsverband und ein Netzwerk für alle Fachleute, die sich mit Krisen-, Notfall- und Kontinuitätsmanagement befassen. Der Verband vereint Krisen- und Notfallmanager, Business Continuity Manager, Compliance- und Risikomanager sowie Spezialisten für Restrukturierung und Katastrophenschutz. Aus einem früheren Förderverein hervorgegangen, ist die DGfKM heute ein führender Branchenverband für Krisen-, Notfall-, Risiko- und BCM-Experten im deutschsprachigen Raum. Ziel ist es, Wissen und Erfahrungen im Umgang mit unternehmensbedrohenden Ereignissen zu bündeln und weiterzugeben. Dabei arbeitet die DGfKM branchenübergreifend, um Best Practices für Vorbereitung, Bewältigung und Resilienz in Organisationen zu fördern.
Bezug zum BCM im FM:
Auch Facility Manager gehören zur Zielgruppe der DGfKM – etwa wenn sie für Notfallplanung oder Werksicherheit verantwortlich sind. Der Verband integriert BCM als Kernbestandteil des Krisenmanagements: In Publikationen und Veranstaltungen wird betont, dass ein gut aufgestelltes Notfall- und Business Continuity Management essenziell ist, um Betriebsunterbrechungen in allen Unternehmensbereichen – inklusive FM – zu überstehen. FM-Abteilungen profitieren von diesem interdisziplinären Ansatz, da BCM hier im Kontext gesamthafter Unternehmenssicherheit betrachtet wird.
Unterstützung für FM-Abteilungen:
Weiterbildung und Zertifizierung: Die DGfKM bietet zertifizierte Lehrgänge an, u. a. in Business Continuity Management, Krisenstabsarbeit und Krisenkommunikation. FM-Mitarbeiter können sich hier gezielt zum „BCM“ oder „Resilienzmanager“ weiterbilden und so professionelles Know-how für die Betriebs- und Notfallorganisation aufbauen.
Netzwerktreffen und Erfahrungsaustausch: Der Verband organisiert regelmäßige Netzwerktreffen in verschiedenen Regionen (z. B. in Bonn, Frankfurt, Berlin). Dort tauschen sich Mitglieder – vom Sicherheitsverantwortlichen bis zum Facility Manager – über aktuelle Krisenerfahrungen, BCM-Strategien und Lessons Learned aus. Dieses Netzwerk bietet FM-Abteilungen Zugriff auf ein breites Expertenwissen und Kontakte zu anderen Unternehmen.
Wissensplattform und Standards: Über das Portal Krisennavigator und eigene Fachpublikationen stellt die DGfKM praxisnahe Informationen bereit. Sie entwickelt außerdem Standards und Positionspapiere zum Krisen- und BCM (z. B. Beteiligung an ISO/DIN-Normen oder Stellungnahmen). FM-Teams erhalten so Zugang zu aktuellen Erkenntnissen, Checklisten und bewährten Verfahren – von Pandemieplänen bis zur Vorbereitung auf Gebäudenotfälle.
ASW Bundesverband – Allianz für Sicherheit in der Wirtschaft e.V.
Zweck des Verbands: Der ASW Bundesverband ist die Dachorganisation der Sicherheitswirtschaft in Deutschland. Als „Allianz für Sicherheit in der Wirtschaft“ vertritt er die Interessen von Unternehmenssicherheitsabteilungen und Sicherheitsdienstleistern gegenüber Politik und Behörden. Der Verband versteht sich als Stimme der Unternehmenssicherheit und agiert als Bindeglied zwischen staatlichen Stellen (z. B. BKA, Verfassungsschutz, BBK) und der Wirtschaft. Seine Mission ist es, deutsche Unternehmen angesichts zunehmender Risiken resilienter zu machen. Dazu betreibt der ASW präventive Lobbyarbeit, entwickelt branchenspezifische Sicherheitsstandards und koordiniert den Erfahrungsaustausch zu Themen wie Wirtschaftsschutz, Cyber-Security, Reisessicherheit – und eben auch Krisen- und Notfallmanagement.
Bezug zum BCM im FM:
Innerhalb des ASW gibt es Fachgremien für Risiko- & Krisenmanagement/BCM, die sich explizit mit Notfallplanung und Business Continuity befassen. Für FM-Abteilungen – die oft für Gebäudesicherheit, Werkschutz oder Notfallorganisation zuständig sind – stellt der ASW somit eine wertvolle Ressource dar. Er integriert BCM als Teil eines ganzheitlichen Sicherheitskonzepts, das von physischen Sicherheitsmaßnahmen bis zur Absicherung kritischer Geschäftsprozesse reicht. Durch den ASW fließen aktuelle Erkenntnisse z.B. aus dem Wirtschaftsgrundschutz (dem branchenübergreifenden Grundlagenschutzkonzept) direkt in die betriebliche Kontinuitätsplanung ein.
Unterstützung für FM-Abteilungen:
Leitfäden und Standards: Der ASW erarbeitet praxisnahe Handbücher und Leitblätter, etwa den Handbuch Wirtschaftsgrundschutz. Darin finden sich spezifische Module (sogenannte Bausteine) – z. B. für Facility Services –, die Checklisten für Notfallvorsorge im Gebäudemanagement enthalten. FM-Verantwortliche können diese Standards nutzen, um z.B. Notfallpläne zu erstellen und regelmäßig zu üben.
Schulungen und Qualifizierung: Über seine ASW-Akademie bietet der Verband Weiterbildungen an, darunter Lehrgänge zum Business Continuity Management und zum Krisen- bzw. Notfallmanager. FM-Mitarbeiter erhalten so gezielt Schulungsmöglichkeiten (inklusive Planspiele zu Stromausfall, Cyber-Erpressung etc.), um ihre Fähigkeiten für den Ernstfall zu stärken.
Netzwerke und Kooperation mit Behörden: Die ASW-Arbeitskreise ermöglichen FM-Sicherheitsverantwortlichen den direkten Austausch mit Sicherheitschefs anderer Unternehmen und Experten aus Behörden. Durch Kooperationen mit Polizei, Geheimdiensten und Forschungseinrichtungen pflegt der Verband Kommunikationskanäle, über die frühzeitig Warnungen und Informationen zu neuen Bedrohungen geteilt werden. So können FM-Abteilungen früh proaktiv Maßnahmen zur Aufrechterhaltung des Betriebs ableiten.
The Business Continuity Institute (BCI) – Chapter DACH
Zweck des Verbands: Das Business Continuity Institute (BCI) ist der weltweit führende Fachverband für Business-Continuity- und Resilienz-Professionals. Es handelt sich um eine globale Mitgliederorganisation mit über 9.000 Mitgliedern in mehr als 120 Ländern. Das BCI bietet eine internationale Plattform zum Austausch von Know-how rund um BCM und organisatorische Resilienz. Ziel ist es, Fachwissen bereitzustellen, Menschen weiterzubilden und Unternehmen bei der Implementierung von BCM zu unterstützen. In Deutschland ist das BCI über ein lokales Chapter vertreten, das regionale Events und Networking für deutschsprachige Mitglieder koordiniert. Der Verband setzt Standards – etwa mit dem Good Practice Guidelines und Zertifizierungen – die weltweit als Best Practice im BCM gelten.
Bezug zum BCM im FM:
Als spezialisierter BCM-Verband liefert das BCI FM-Abteilungen vor allem methodisches Wissen und globale Best Practices. Gerade für international aufgestellte Unternehmen im FM bietet das BCI bewährte Rahmenwerke (z. B. nach ISO 22301) und ein Netzwerk von Experten, um BCM-Programme effizient aufzubauen. Ein Facility Manager in Deutschland kann über das BCI beispielsweise erfahren, welche Ausfallszenarien in anderen Ländern berücksichtigt werden müssen oder wie man Lieferketten-Ausfälle im FM-Bereich plant. Durch die deutschsprachige BCI-Community (D-A-CH Chapter) sind diese globalen Erkenntnisse auch lokal verfügbar.
Unterstützung für FM-Abteilungen:
Ausbildung und Zertifizierung: Das BCI bietet weltweit anerkannte Zertifizierungslehrgänge an, etwa den CBCI (Certificate of the BCI). Durch Schulungen und Prüfungen erwerben FM-Fachleute fundierte Kenntnisse in BCM-Grundsätzen und -Methoden. Dies befähigt sie, professionelle BCM-Pläne in ihren Organisationen zu entwickeln und nach internationalen Standards zu handeln.
Wissensressourcen und Tools: Mitglieder haben Zugriff auf umfangreiche Ressourcen des BCI – von Fachartikeln, Leitfäden, Webinaren bis hin zu Forschungsergebnissen über aktuelle Risiken. Beispielsweise publiziert das BCI regelmäßig Berichte (etwa den BCI Risk Benchmark) und bietet Good Practice Guidelines, die als Blaupause für BCM im FM genutzt werden können.
Netzwerk und Veranstaltungen: Über die BCI-Community vernetzen sich BCM- und FM-Experten weltweit. Das deutsche Chapter organisiert Treffen, Webinare und Erfahrungsaustausch in deutscher Sprache, während internationale Events wie die BCI World Conference Zugang zu globalen Trends geben. Dadurch können FM-Abteilungen von den Erfahrungen anderer Branchen und Länder lernen und ihre BCM-Strategien kontinuierlich verbessern.
